History

Kampfkunst ist so alt wie die Menschheit selbst. Sie entwickelte sich dort, wo Menschen öfter konfrontativen Situationen ausgesetzt waren bzw. wurden. Historisch verschränkt sich Kampfkunst oftmals mit Kriegskunst.

Fast jede Kultur auf der Welt hat irgendeine Art von Kampfkunst hervorgebracht. Oftmals beschränkt sich das jeweilige Verständnis von Kampfkunst nicht lediglich auf bloße Mechanik des Körpers, Techniken mit Armen und Beinen, sondern es ist verwoben mit medizinischen Kenntnissen, Atemtechniken, philisophischen, spirituellen oder religiösen bzw. weltanschaulichen Elementen.

Mit Kampfkunst werden bis heute in der Regel asiatische Kampfkünste und ihre auf dem Daosimus fußende Philisohpie/Spiritualität verbunden. Die wohl praktisch am weitesten verbreiteten stellen jedoch die japanischen Disziplinen dar (z.B. Jiu Jitsu, Judo, Karate, Aikido), die mit dem ersten und zweiten Weltkrieg (über das Militär) in verschulter und stark ritualisierter Form weitergegeben wurden.

Allein ein Blick auf die Liste der Kampkunst/Kamsport-Stile der globalen Plattform Wikipedia zeigt, wie vieflältig und reichhaltig eine Auseinandersetzung mit Kampfkunst, Kampfsport und Selbstverteidgungssystemen sein kann.

Kampfkunst / Martial Arts

»Ars Martialis«, die »Kunst des Gottes Mars« hat sich mit der Übersetzung Kampfkunst als Bezeichnung für die Philosophie und körperlich technisch konfrontative Umsetzung von Konfliktaustragung durchgesetzt. Kampfkunst schließt ausdrücklich Konzepte spiritueller, religiöser bzw. weltanschaulicher Fragen, medizinische Kenntnisse über die Funktion des Körpers und die technisch-koordinativen Fähigkeiten der Praktizierenden mit ein. Es wird oft als komplexer Ansatz durch das Leben zu schreiten verstanden.

Der im chinesischen verwendete Begriff des »Kung Fu«, der sich als Beschreibung der unterschiedlichen Kampfkunst-Disziplinen dort herauskristallisiert hat, beschreibt sprachlich keine Bezeichnung für die Kampfkünste im Speziellen, sondern steht für jede Fertigkeit, die man sich durch harte Anstrengung erarbeitet und in der man es zu einer gewissen Meisterschaft gebracht hat.

Auch das »Do«, im japanischen »der Weg« beschreibt ein auf die Ausrichtung des gesamten Lebens beruhendes Konzept.

Ziel ist also die Idee der Vervollkommung mittels eines umfassend gestalteten Weges (der Suche nach Anworten) – dieser bezieht eben auch die körperliche Ebene mit ein.

Kampfsport

Sport zeichnet sich durch festgelegte Reglements aus, die beim Kampfsport vor allem den Sinn haben, lebensgefährliche Verletzungen zu vermeiden und annähernd Chancengleichheit herstellen sollen, z.B. durch Gewichtsklassen. Selbstverständlich sind tödliche Techniken ausgenommen, was in der Geschichte der Menschheit bei kompetitiven Veranstaltungen nicht immer der Fall war.

Ziel ist es den Gegner (nach Punkten oder durch K.O.) zu besiegen.

Selbstverteidigungsysteme

Fast alle Selbstverteidigungssysteme befassen sich mit Konfliktvermeidung (im Vorfeld einer konfrontativen Situation) und sind in der Konfrontation durch die Prinzipien des Pain – Pressure – Termination zu charakterisieren. Mit dem Schmerz (Pain) soll der Angriff des Aggressors gestopt werden, der dann aufgebaute Druck (Pressure) wird benötigt, um von der Defensive in eine offensiv zu gestaltende Situation des Verteidigenden zu gelangen, um dann abschließend eine finale Technik (Termination) so umzusetzen, dass der Aggressor mindestens 2-3 Sekunden ausgeschaltet ist, um sich aus der Bedrohungssituation entfernen zu können. Die finale Technik kann dabei durchaus nachhaltigen Schaden am Aggressor verursachen.

Selbstverteidigungssysteme bevorzugen eben gerade jene Techniken bzw. Angriffspunkte, die beim Kampfsport sinnvollerweise herausgekürzt wurden.

Oftmals haben Selbstverteidigungssysteme mit Kampfkunst mehr Überschneidungspunkte als Kampfsport und Kampfkunst.

Ziel der Selbstverteidigung ist das Überwinden/Ausschalten des Gegeners, um selbst so unversehrt wie möglich aus einer Bedrohungssituation zu gelangen.